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Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung

Prostitution ist erlaubt. Frauenhandel verboten.

Am 1. Januar 2002 trat das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz – ProstG) in Kraft. Damit gilt Prostitution nicht mehr als sittenwidrig. Frauen können ihren Lohn einklagen. Der Zugang zur Sozialversicherung wird möglich. Menschenhandel und die Ausbeutung von Frauen, die in der Prostitution arbeiten, sind dagegen strafbar.

Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung

„Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung“ bedeutet vor allem, dass Frauen oder Mädchen gezwungen werden, in der Prostitution zu arbeiten. Zwang kann bedeuten, dass die Frauen oder Mädchen verschleppt wurden, dass ihnen körperlich oder psychisch Gewalt angetan wurde oder wird, dass sie darüber getäuscht wurden, was sie in Deutschland erwartet. Aber Zwang ist auch die Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit einem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist. Sehr oft wird dafür auch der Begriff „Zwangsprostitution“ verwendet. Verboten ist es aber auch, wenn die Zwangslage ausgenutzt wird, um Menschen in Peep-Shows, Strip- und Liveshows oder in der Pornographie auszubeuten. Oftmals sind die Opfer Frauen oder Mädchen. Deshalb sprechen wir auf diesen Seiten von Frauenhandel. Der genaue Gesetzestext ist in § 232 im Strafgesetzbuch nachzulesen.

Sehr viele Frauen, die auch im Land Bremen in der Prostitution arbeiten, kommen aus ärmeren Ländern zum Beispiel aus Osteuropa. Oftmals sind sie sehr jung, sprechen wenig oder kein Deutsch und kennen sich hier nicht aus. Dazu kommt, dass Frauen und Mädchen oft den Standort und die Stadt wechseln müssen und wenig Möglichkeit haben, sich zu orientieren und Unterstützung zu finden.

Frauenhandel in Bremen

Bei der Bremer Polizei gibt es Fachkommissariate speziell für die Verfolgung von Menschenhandel. Frauen, die als Opfer von Menschenhandel gegen die Täter oder Täterinnen vor Gericht aussagen, können bis zum Abschluss eines Gerichtsverfahrens in Deutschland bleiben. In dieser Zeit werden sie beraten und unterstützt. In einem Gerichtsverfahren wird für eine Übersetzung in die Muttersprache von Opferzeuginnen gesorgt.

Aber auch, wenn Frauen sich nicht sicher sind, ob sie zu einer Aussage vor Gericht bereit sind, können sie sich Rat und Hilfe holen.

Auf der Internetseite von Terre de Femmes finden Sie Informationen zum Thema Frauenhandel.

Das Institut für Menschenrechte (DIMR) befasst sich in einem Schwerpunkt mit dem Thema "Menschenhandel" und darunter auch mit "Zwangsprostitution", Arbeitsausbeutung, sexueller Ausbeutung. Sie hat dazu 2009 eine umfassende Studie vorgelegt.