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Sexuelle Gewalt

Viele Frauen erleben sexuelle Gewalt oder haben sie erlebt. Manche sprechen von sexualisierter Gewalt. Damit wird deutlich, dass es um Demonstration von Macht und Kontrolle und nicht um Sexualität geht. In dem meisten Fällen sind die Täter Männer. Häufig ist der Täter jemand, den die Frauen kennen. Aus Studien ist bekannt, dass viele Frauen, die vergewaltigt wurden und / oder werden, niemals mit Anderen darüber sprechen. Frauen erleben sexuelle Gewalt auch am Arbeitsplatz, in der Ausbildung oder im Studium.

Nein ist nein

Sich nach Hause bringen lassen, flirten, Lust auf Zärtlichkeiten – wenn eine Frau vergewaltigt wird, ist sie sich oftmals nicht sicher, ob sie sich richtig verhalten, genug Widerstand geleistet oder gar zur Vergewaltigung beigetragen hat. Nicht selten wird ihr dies auch von dem Täter / der Täterin oder von Anderen vorgehalten. Richtig ist: ein Nein ist ein Nein. Verantwortlich sind nur der Täter oder die Täterin. Dieser Grundsatz ist seit November 2016 auch im Sexualstrafrecht verankert, seither gilt: Es macht sich strafbar, wer gegen den Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen vornimmt. Auch sexuelle Belästigung wie das „Grapschen“ ist strafbar.

Sexuelle Gewalt in oder nach einer Ehe/Beziehung

Frauen erleben in ihrem Zuhause nicht nur physische und psychische Gewalt, sondern auch sexuelle Gewalt. Manchmal gerade dann, wenn sie sich trennen wollen oder getrennt haben. Es ist noch nicht lange her, da galt Vergewaltigung in der Ehe als nicht strafbar. Dahinter stand die Ansicht, dass ein Ehemann ein Recht darauf hat, über den "Körper seiner" Frau verfügen zu können. Diese Vorstellungen gibt es auch heute noch, obwohl das Gesetz geändert wurde Manchmal sind sich Frauen unsicher, ob das Erlebte tatsächlich Gewalt und eine Straftat war. In Bremen und Bremerhaven gibt es Fachstellen, die sich mit sexueller oder sexualisierter Gewalt gut auskennen und weiterhelfen.

Sexueller Missbrauch

Sexuelle Handlungen von Erwachsenen an oder vor Kindern (unter 14 Jahren) sind immer sexueller Missbrauch. Bei Jugendlichen ab 14 Jahren kommt es rechtlich darauf an, ob sie "Schutzbefohlene" der Erwachsenen sind. Täter und Täterinnen nutzen ein Abhängigkeitsverhältnis oder ihre Überlegenheit gegenüber dem Kind oder Jugendlichen aus. Beratungsstellen helfen weiter, auch wenn der Missbrauch schon lange zurückliegt.

Für Menschen, die in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch in ihrer Familie erlebt haben, hat die Bundesregierung den Fonds Sexueller Missbrauch errichtet. Betroffene von sexuellem Missbrauch im familiären Bereich können Hilfe in Form von Sachleistungen in Höhe von bis zu 10.000 € aus dem Fonds beantragen. Der Weisse Ring in Bremen berät Sie zu allen Fragen rund um den Fond. Mehr Informationen zum Fond finden sie hier.

Anonyme Spurensicherung

Manchmal sind Frauen unsicher, ob sie Anzeige erstatten sollen. Vielleicht weil sie eine Beziehung zum Täter oder zu der Täterin haben oder hatten. Oder weil sie nicht genau wissen, was in einem Strafverfahren auf sie zukommt. Oder weil sie zweifeln, ob sie ein solches Verfahren durchstehen. In Bremen gibt es die Möglichkeit einer anonymen Spurensicherung. Dadurch haben Frauen die Möglichkeit, Beweise für den Fall zu sichern, dass sie später Anzeige erstatten möchten. In Bremerhaven gibt es die anonyme Spurensicherung im Klinikum Reinkenheide (pdf, 1.4 MB).

Die Website der Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland bietet in ihrer Infothek viele Informationen zu sexueller Gewalt gegen Frauen.