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Sexuelle Belästigung

Ein Kollege / eine Kollegin, der Chef / die Chefin oder ein Kunde / eine Kundin kommt Ihnen körperlich unerwünscht nahe, bedrängt Sie. Fordert Sie zu sexuell gefärbten Handlungen auf, die Ihnen unangenehm sind. Berührt Sie scheinbar zufällig an Brust oder Po, macht obszöne Witze oder sexuelle Anspielungen. Macht abwertende Bemerkungen über Ihre Figur. Zeigt pornografische Darstellungen oder hat diese auf dem Schreibtisch stehen, an der Wand hängen.

All dies sind Formen sexueller Belästigung, sexueller Übergriffe oder sexistischer Aggression – wie es in einer Broschüre der Gewerkschaft ver.di heißt. Sexuelle Belästigung ist ein sexualisiertes Verhalten, das von einer Seite als unangebracht oder anstößig erlebt wird. Ein Verhalten, das die Würde des Gegenübers verletzt. Sie haben das Recht, sich gegen ein solches unerwünschtes Verhalten zu wehren.

Fast jede Frau ist schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden. Meistens von einem Mann. Dies wissen wir, und repräsentative Befragungen bestätigen dies. In den wenigsten Fällen allerdings wird darüber ernsthaft gesprochen, werden Konsequenzen gezogen.

"War doch nur Spaß!" "Stell dich nicht so an." "Das war doch nichts Ernsthaftes"

Auch die betroffenen Frauen selbst sind sich oft unsicher und lassen Vorfälle lieber auf sich beruhen. Manchmal haben sie die Sorge, selbst dazu beigetragen zu haben. Oder haben Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, davor, dass sie alles nur noch schlimmer machen.

Nur wenige Betriebe kümmern sich systematisch um ein Arbeitsklima, das sexuellen Übergriffen vorbeugt. Allerdings ist der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin verpflichtet, Beschäftigte vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Dies regelt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Manchmal reicht es, wenn Sie deutlich machen, dass Sie dieses Verhalten nicht mehr wünschen. Wenn dies nicht hilft, können Sie sich an eine betriebliche Beschwerdestelle, an die Frauenbeauftragte oder an den Betriebs- und Personalrat wenden.

Auf der Website der ADA finden Sie weitere Einrichtungen in Bremen, an die Sie sich bei besonderen Fragestellungen wenden können.

Für Beschäftigte des Landes Bremen gilt eine Dienstanweisung.
Beinhaltet die sexuelle Belästigung auch sexuell bestimmte körperliche Berührungen, macht sich der Täter oder die Täterin zudem nach dem neuen Sexualstrafrecht strafbar. Das gilt sowohl im privaten Bereich, auf der Arbeit genauso wie in der Öffentlichkeit, wird aber nur verfolgt, wenn das Opfer einen Strafantrag bei der Polizei stellt.