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Gewalt kann krank machen

Die meisten Gewalttaten geschehen in Ehen und Lebensgemeinschaften, zwischen Ex-Partnern, Bekannten und Verwandten. Zuhause, in der Freizeit, am Arbeitsplatz. Sehr häufig sind die Täter Männer. Aber auch Frauen sind gewalttätig. Oft fühlen sich betroffene Frauen mitschuldig an dem, was ihnen angetan wird. Aber verantwortlich sind der Täter oder die Täterin. Auch wenn Sie vielleicht denken: "Mein eigenes Verhalten hat die Gewalt mit verursacht." Oder wenn jemand Ihnen sagt: "Mir wäre das nicht passiert."

Der Täter / die Täterin missachtet Ihre Würde. Zu körperlichen und seelischen Verletzungen kommt oft die Scham über das Geschehene. Und die Angst, es könnte wieder geschehen. Besonders, wer häusliche Gewalt oder sexuelle Gewalt - vielleicht durch den eigenen Partner oder die eigene Partnerin - erleidet, wagt oft nicht, darüber zu sprechen. Viele Frauen schweigen. Es fällt ihnen nicht leicht, sich Hilfe zu holen.

Gewalt hat verschiedene Folgen

Gewalt kann sehr verschiedene Folgen haben. Schlafstörungen, Erinnerungslücken, Konzentrationsstörungen. Misstrauen gegenüber anderen Menschen. Keine Freude mehr empfinden. Ängste, Panikzustände, Schmerzen, Süchte, Depressionen. Die Beschwerden können unterschiedlich stark sein. Sie können einige Wochen, Monate oder viele Jahre andauern. Wenn Frauen über lange Zeit Gewalt erleben, können sie sich ein anderes Leben kaum vorstellen. Angst vor Veränderung ist dann normal. Besonders wenn sie Gewalt schon in ihrer Kindheit erlebt haben.

Opfer von Gewalttaten können ein psychisches Trauma haben. Eine seelische Wunde, die Zeit und Pflege braucht, um zu heilen, und bei der es gut sein kann, sich fachliche Hilfe zu holen. Manchmal brauchen Frauen, die Gewalt erleben, Hilfe bei der seelischen Heilung. Die Krankenkasse bezahlt eine Psychotherapie, wenn sie vom einem Arzt / einer Ärztin verordnet wird. Auch für Kinder und Angehörige gibt es Unterstützungsangebote.

Trauma-Ambulanzen bieten im Rahmen des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) kostenfreie psychotherapeutische Unterstützung für Menschen, die Opfer einer Gewalttat geworden sind. In Betracht kommen insbesondere Fälle mit Kapitalverbrechen (Überfall, schwere Körperverletzung), mit sexuellen Gewalttaten oder mit sogenannten Schockschäden (zum Beispiel Tatzeuge von Mord, Totschlag und schwerer Körperverletzung).

Auf der Seite der Gleichstellungsstelle finden Sie Einrichtungen im Stadtteil, die Gesundheitsangebote für Frauen machen.

Informationen über Bremer Krankenhäuser und eine Liste mit Bremer Kliniken finden Sie im Bremer Krankenhausspiegel.

Auf der Seite der VDEK können Sie bundesweit nach ärztlichen, psychotherapeutischen Praxen und Notfallambulanzen suchen und erfahren auch, ob diese behindertengerecht sind (über die Suche oder über die Schritt-für-Schritt-Suche).

Informationen, Beratung und den Antrag zum Opferentschädigungsgesetz bekommen Sie beim Amt für Versorgung und Integration.